Die europäischen Einnahmen von SolarEdge stiegen im Quartalsvergleich um 36 %, angetrieben durch Hausbesitzer, die Solar- und Speicherlösungen im Vorfeld erwarteter Strompreiserhöhungen kaufen. Der Hersteller nennt es beim Namen: durch Zollangst vorgezogene Nachfrage.
Im Q2-2026-Gewinnaufruf meldete SolarEdge europäische Einnahmen von 154,4 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 36 % im Quartalsvergleich. Das Unternehmen führte den Anstieg auf „höhere Nachfrage nach Solar- und Speicherlösungen in Erwartung von Strompreiserhöhungen“ zurück. Die europäischen Speicherpreise blieben pro Produkt stabil, während die US-amerikanischen Einnahmen im Wohnbereich aufgrund schwacher Nachfrage um 2 % fielen.
Die europäische Zahl ist das Signal, das man beobachten sollte. Sie bestätigt ein Muster, das sich bereits in früheren Installateur-Umfragen dieses Jahres zeigte: Haushalte kaufen keine Batterien, weil sie die Technologie lieben – sie kaufen, weil die Stromrechnungen steigen und die Einspeisevergütungen verschwinden.
Dies deckt sich mit den beiden politischen Fristen, die am 1. Januar 2027 anstehen: Deutschland schafft die Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 kW ab, und die Niederlande beenden die Net-Metering-Regelung. Wenn das Geld für die Einspeisung verschwindet, taucht das Geld für die Speicherung wieder auf – und Käufer kommen dieser Verschiebung zuvor.
Die Botschaft für Hausbesitzer: Die Nachfrage wird bereits in das Jahr 2026 vorgezogen, was man bedenken sollte, wenn ein Installateur sagt: „Die Preise werden nur noch steigen.“ Die Herstellerpreise sind pro Produkt stabil; was steigt, ist die Nachfrage. Der Verhandlungsspielraum bei einem Angebot liegt in diesem Jahr noch auf der Seite des Käufers – aber das wird sich nicht halten, wenn die Fristen 2027 näher rücken.
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